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Philosophische Anthropologie zwischen Next Generation Internet, Digitaler Revolution und Antikopernikanischer Wende
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Type
internal research projects
Duration
2018 -
Executive
Research Group Cooperative Systems
Abstract

Die Wellen des informationstechnologischen Fortschritts schlagen in immer kürzeren Zeitabständen ans Ufer einer zunehmend orientierungslos werdenden Gesellschaft. Zugleich zeigt sich die dringende Notwendigkeit einer grundsätzlichen Diskussion über die Welt, die wir da gerade schaffen, und insbesondere über die Rolle des Menschen darin. Da die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) im Mittelpunkt der Entwicklung steht, kommt in diesem Diskurs insbesondere der Informatik als Fachdisziplin eine zentrale Rolle zu, der sie, gemessen an konkreten Beiträgen, momentan allerdings kaum gerecht zu werden scheint.

Ziel dieser Forschungsaktivität ist daher die Grundlegung einer Philosophischen Anthropologie im Zeitalter von Internet-of-Things, Künstlicher Intelligenz und Industrie 4.0, die über informations- und kommunikationsethische Fragestellungen hinausgeht und sich in breitem Ansatz mit der Stellung des Menschen in und gegenüber einer IKT-dominierten Welt beschäftigt. Ausgehend von Günther Anders und seiner Technikphilosophie des Monströsen wird hierzu untersucht, ob und inwiefern die von ihm diagnostizierte "prometheische Scham" über das Gefälle zwischen Vor-stellen und Her-stellen von Technologie inzwischen, angesichts des Digitalen Wandels, einer "epimetheischen Resignation" vor der sich verselbständigenden technologischen Entwicklung zu weichen beginnt, welche auch noch den vor-denkenden Gestaltungsanspruch als solchen aufgibt und uns dadurch als (im mehrfachen Sinn) nur mehr Nach-denkende zurückzulassen droht.

Diese Reflexion legt den dringend benötigten Grundstein für eine umfassende „Antikopernikanische Wende“, welche darauf abzielt, den Menschen wieder zurück ins Zentrum des technologischen Universums zu stellen, und unterstreicht zugleich die besondere Verantwortung, die sich hieraus für die Informatik und vor allem die InformatikerInnen  ergibt. Unabdingbar hierfür ist ein gleichermassen informatisch wie philosophisch geprägter Diskurs, der über das übliche Mass an Interdisziplinarität weit hinausgeht, um die sich ergebenden, möglicherweise radikalen Konsequenzen im politischen und gesellschaftlichen Kontext wie auch im Rahmen universitärer Ausbildung wirkmächtig werden zu lassen.

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